Notizen über die allgemeine Verunsicherung

Only You

Das Rotlicht-Mileau ist der Garten der Trottoir-Rosen.
Für alle Nicht-Gärtner: Die Trottoir-Rose ist ein Nachtschatten-Gewächs.
Sie blüht des Nachts mit äußerst kurzem Hosi.
In Wien, am Gürtel dieser Stadt. Dort nennt man sie auch Gürtel-Rosi.
Sie wird gepflückt, von dem, der Bares hat.
Meine Damen und Herren, was haben Sie für ein Glück heute Abend!
Sie werden nun Zeuge eines jener ganz seltenen Märchen,
die auf diesem harten und unerbittlichen Pflaster passieren
Denn auch auf diesem Pflaster gedeiht die eine oder
andere Pflanze der Liebe. Und Sie sehen nun ein Milleu-Märchen
voller Poesie und Leidenschaft.

Es war einmal ein König, der König der Unterwelt.
Dieser hatte einen gar dümmlichen Sohn,
der zu nichts, aber auch gar nichts Nütze war.
Tja, der war so dämlich, dass ihm zur Strafe sogar
Schwimmhäute zwischen den Fingern und zwischen den Zehen wuchsen.
Und fortan nannte man ihn überall
den Unterwelt-Froschkönig Kaul Quapone.

Quack!

Dieser trieb sich den lieben langen Tag herum
und sein Leben hatte so gar keinen Sinn.

Quack!

Bis er eines Tages seine große Liebe fand.
Sie war ein gar wunderschönes Mädchen.
Voller Anmut und voller Unschuld.
Es war die Prinzessin vom Gewerbse.

Quack! Hallo Prinzessin!
- Wer bist Du, Du hässlicher Frosch?
Ich bin ein verwunschener Prinz!
- Und was willst Du von mir?
Zuerst will ich an Deinem Tischchen sitzen.
- Aha und was noch?
Dann will ich von Deinem Tellerchen essen, Baby!
- Waaah!
Und dann, dann will ich in Deinem Bettchen schlafen!
- In meinem Bettchen schlafen?
Ja!
- Dann rück erst mal die Kröten rüber Du alter Warzenkönig!

Lalala ...

Vorigen Freitag im Soho,
in der Haiti-Bar, (Haiti-Bar)
da sah ich Deine Striptease-Show
und mir war sonnenklar.

Oh Baby, oh oh!

Vorn auf der Bühne standest Du
Nackend und ganz allein (ganz allein)
und ohne Kleider und ohne Schuh.
Du musst die meine sein!

Only You, my darlin, my sweet cherie,
Only you, Du bist mein Alibi!
Oh nur Du, Du bist so zu wie ein Tresor!
Ich bin's der Prinz, der sein Herz verlor!

Quack!

Oh Du mein Sugarbabe!
Wenn immer ich im Brunnen meiner Einsamkeit sitze,
und an Deine wohlgeformten Froschschenkel denke,
dann wird's mir ganz mulmig in den Lenden.

Oh!

Komm zu mir Geliebte!
Verlassen wir diesen Sumpf von Wien.
Folge mir zu neuen aufregenden Ufern
der Wollust und Leidenschaft!
Quack! Darling! Komm zu mir...

Oh!

Oh nur Du, Du meine Königin!
Oh nur Du, wie schnell gingst Du dahin?
Oh nur Du, Du Traum im Meer der Illusion.
Undank ist der Frösche Liebeslohn!

Credits

Text: Thomas Spitzer
Musik: Buck, Rant, Thomas Spitzer
Sänger: Thomas Spitzer
Produzent: Werner Zettinig, Kurt Keinrath

Grundlage

Dieses Lied ist eine Variante von „Oh nur Du“, erschienen auf „Café Passé“ (anderer Text und andere Produktion).

Publikationen

Diese Produktion ist auf folgenden Publikationen erschienen: