Notizen über die allgemeine Verunsicherung

Der oide Wolf

Der oide Wolf
is miad vom Reißen.
Sei Fell is stumpf
und taub san seine Ohr'n.

Ohne Zähnt tuad man sich
schwer beim Beißen.
Und die meisten
hod er längst verlor'n.

Er sogt: „I werd
a bisserl rasten
und lass des Rudel
anfach weiterzieh'n.

Schau Ihnen nach,
wia's rennen und wia's hasten,
wie sie aus der
nächsten Kurve'n fliagn.“

Und er tramt
von am stillen Viert'l,
wo's kan Raum gibt
und ka Leitfigur.

Wo'st kan Anzug brauchst
und a kan Gürtel.
Und der Rest der Welt
lasst Di in Ruah.

(Und der Rest der Welt
lasst Di in Ruah.)

Als junger Woif
wollt er nur wissen,
wie des Bluad
von Opferlämmern schmeckt.

Hod wahllos Wunden
in fremde Herzen g'rissen,
doch im Schafspelz
sich niemals versteckt.

Doch heut is er
miad vom Jagen,
sei Revier
is die Vergangenheit.

Um jedes Morgen
will er an Hacken schlagen,
weil alles und jeder
hod sei Zeit.

Er sogt: „I suach ma
a stilles Platzerl,
wo ka Bandscheib'n
und ka G'wissen mi mehr zwickt.

Leg mi nieder
neben mei'm liebsten Schatzerl,
die seid Jahren
do scho liegt.“

Credits

Text: Thomas Spitzer, Satanella
Musik: Thomas Spitzer
Sänger: Thomas Spitzer
Produzent: Mark Duran

Publikationen

Diese Produktion ist auf folgenden Publikationen erschienen:

Varianten

Folgende Varianten dieses Liedes existieren: