Notizen über die allgemeine Verunsicherung

Himbeer-Teddies - genial oder gräßlich?

Zu „Die Pille für den Mann“: Scheinbar ein Schnellschuß und als Ballermann-Hyme sicherlich gut geeignet. Was mir auffiel: Das Thema wird ungewohnt direkt besungen. Bei Burli z. B. wird ja nicht das eigentliche Thema (Gefahr durch Atomkraft), sondern ein Kind, das an den Folgen des Unfalls leidet, besungen. Vielleicht nicht ganz schlüssig, aber mir fiel es auf.

Zu „Der Wein von Mykonos“: Außer der schlagerigen Melodie eigentlich ein normales EAV-Lied, guter Durchschnitt.

Fazit: Bleiben die Himbeer-Teddies ein Projekt neben der EAV (wovon ich ausgehe), sollen sie's von mir aus machen. Sind die Himbeer-Teddies allerdings die neue EAV, werden sich die Lieder stark steigern müssen, um an Im Himmel ist die Hölle los anknüpfen zu können.

Florian S.


„Für die Leut' war's verwirrend“, gibt EAV-Sänger Klaus Eberhartinger zu, „da stehen die gleichen Typen auf der Bühne, nennen sich aber anders. ,Was ist jetzt? Gibt's euch nicht mehr?', wurden wir mehrmals gefragt.“

Die simple Erklärung: Diesen Sommer erschien der (mittlerweile 15.000mal verkaufte) Schlager „Der Wein von Mykonos“, interpretiert von den „Himbeer Teddies“. Die Früchtchen, die da musizierten, waren aber keine anderen als Klaus Eberhartinger und Thomas Spitzer von der EAV: „Wir haben ja immer kindische Ideen. Irgendwann dachten wir uns: Wir sollten uns des Schlagers annehmen ­ da war von einem Guildo Horn aber noch keine Rede.“ Der Weg ins Himbeerland wurde schnell gefunden: „Da wir gleich visuell mitdenken, war klar, daß wir uns dabei rosarot anziehen. Und die Himbeerfarbe ist die einzig echte Zuckerlfarbe . . .“

Etwas länger brauchten die Barden für den kompletten Gruppennamen: „Zuerst wollten wir uns ,Himbeer Bubis' nennen, aber aus dem Bubi-Alter sind wir draußen. ,Himbeer Daddies' wiederum war uns zu alt. So kamen wir auf ,Himbeer Teddies': liebe Knuddeltiere und altersunspezifisch.“ Durch die Verwirrung im Publikum gibt's nun allerdings eine Kurskorrektur: Es bleibt bei dem einmaligen Streich. Als „Himbeer Teddies“ verabschieden sich Eberhartinger und Spitzer mit der Single „Der Wein von Mykonos“ gleich wieder, es handelt sich wohl also um die am kürzesten bestehende Band in der Austropop-Geschichte.

Das am 19. Oktober erscheinende Album firmiert nämlich wieder unter EAV. Der rosaroten Frucht bleibt man indes treu, wird die mittlerweile 13. EAV-CD doch „Himbeerland“ betitelt und einige Seitenhiebe aufs Schlageridyll beinhalten. „Es wird ein böses Werk“, lacht Eberhartinger.

aus: Kleine Online

Autor: Alexander Mayer

Letzte Änderung: 09.06.2000