Notizen über die allgemeine Verunsicherung

Von allen Gedanken schätze ich doch am meisten die Interessanten

Seit der Lektüre des reichhaltigen [Guru, Guru, Guru] EAV-World-Magazins 1-2005 schießen mir viele verwirrende Gedanken durch den Kopf. Ob ich das noch irgendwie ordnen kann? Nun ja, ein kleines Fazit kann ich auf jeden Fall abgeben: Alles wird gut.

Fassen wir mal die Gedanken zusammen: Klaus Eberhartinger macht in dem Interview einen sehr entspannten und gut gelaunten Eindruck, so haben wir ihn schon lange nicht mehr erlebt. Von wegen, die EAV setzt sich selbst ein Ultimatum mit dem kurzen Vertrag bei BMG! Es verschafft der EAV mehr Unabhängigkeit. Wenn der BMG das Material, das die EAV für ein zweites Album vorschlägt, zu unkonventionell, zu politisch oder zu subversiv ist („Da kann es wohl passieren, dass der BMG graue Haare wachsen.“), dann gibt es halt kein zweites Album mehr bei der BMG. So ist das. In dem gehaltvollen Interview dementiert Klaus indirekt oder direkt fast alle von mir auf dieser Homepage getätigten Spekulationen und beschwichtigt Befürchtungen. Optimismus, Baby!

Das Interview mit Peter Ries (siehe Bild) ist ebenfalls sehr vertrauensweckend. Er beteuert, der EAV keinen neuen Stil aufpressen zu wollen. Die Aussage von Klaus, dass die Wahl auf Peter Ries vor allem deswegen fiel, weil er ein „sehr guter Handwerker“ sei, scheint das zu bestätigen. Die Aufgabe des neuen Produzenten sei es, den Sound der EAV zu „modernisieren“. Echte Instrumente, wie schön, sollen bei den Neuaufnahmen auch dabei sein. Wie schlimm müssen die Zeiten sein, wenn man das bereits betonen muss?

Das Augenmerk bei der Produktion soll auf [Guru, Guru, Guru] Radiotauglichkeit gelegt werden. Fraglich ist nur, ob sich der durchschnittliche Formatradiohörer nach der Ries'schen Soundpolitur durch Sätze wie „I sitz auf meiner Pritsch'n und dressier a Assel; und denk an Onkel Edi, des alte Whiskey-Faßl“ beim Bügeln weniger gestört fühlt. Übrigens ist tatsächlich eine Single-Auskopplung geplant. God Bless America wird es aber vermutlich nicht werden.

Die (schon wieder) vorläufige Trackliste des „Jubiläumsalbums“ ist in dem Magazin ebenfalls zu finden. Ich deute die teilweise überraschende Liste jetzt einfach mal als Spagat zwischen kommerziellem Denken und Beruhigung der verunsicherten Fans. Neben den - faktisch gesetzten - Singleerfolgen [Guru, Guru, Guru] finden sich doch tatsächlich ein paar echte Schätze, wie zum Beispiel die Lieder „Sandlerkönig E.“, „Küss die Hand, Herr K.“ oder „s'Muaterl“.

Insgesamt macht die Trackliste mit den drei neuen Liedern einen guten Eindruck - sieht man mal davon ab, dass ein Studioalbum natürlich viel schöner wäre. Dass die Reggae-Version von Leckt's mi drauf ist, ist übrigens mein persönliches Highlight. Das war nämlich tatsächlich eine der wenigen kreativen und gelungenen Ideen auf Let's Hop. Ach ja, und irgendein Lied spuckt mir die ganze Zeit durch den Kopf, ich weiß aber nicht, wie es heißt. Es ist, glaub ich, auch auf dem „Jubiläumsalbum“ drauf. Irgendwas mit „Guru“, wahrscheinlich Guru. [... die scheißen mich zu].

Von der Tour im Herbst war tatsächlich schon wieder die Rede, vielleicht wird's ja wirklich was. Und Klaus äußerte sogar einen Wunsch, den ich und wahrscheinlich viele andere auch voll unterstreichen können: Er würde gerne mit Anders Stemno und Mario Bottazzi auf der Bühne stehen! Ach, das wär's doch ... Zum Schluss sei noch erwähnt, dass sich im EAV-World-Magazin neben vieler weiterer Neuigkeiten auch ein Interview mit Tom's bezaubernder Tochter Anna Neumeister-Spitzer befindet.

Noch was zu SonyBMG: Gestern wurde bekannt, dass dieser Plattenriese doch tatsächlich eine meiner weiteren Lieblingsbands verpflichtet hat, nämlich die Indie-Poeten Blumfeld. Erstaunlich ist das schon, da Blumfeld bisher mehr als Geheimtipp denn als massentaugliche Popband bekannt waren. Einigen Presseartikeln zu Folge interessiert sich die BMG momentan intensiv für deutschsprachige Bands. Das hat doch längst System ...

Update

Arbeitstitel des Jubiläumsalbums ist laut Management „25 Jahre sind noch nicht genug“. Außerdem ist ein Jubiläumskonzert mit Freunden geplant, eine Idee, die schon länger von der EAV verfolgt wurde, jetzt könnte es aber endlich klappen. Schön, schön.

Autor: Alexander Mayer

Letzte Änderung: 14.03.2005