Notizen über die allgemeine Verunsicherung

Ambros - Prokopetz - Fälbl - Eberhartinger - Watzmann live

Watzmann live

CD: 2004 AT (BMG 82876 64984 2)

  1. Der Mann im Boot
  2. Die Jagd
  3. Vier Pfoten nach Noten
  4. Die Jagd (Fortsetzung)
  5. St. Hubertus
  6. Lied der Knechte
  7. Sie ist wieder da
  8. Ouverture 2
  9. In meinem Herzen klingt ein einsam Lied
  10. Drittes Gespräch der Knechte
  11. A bleder Tanz
  12. Sünde und Buße
  13. Die Ballade von den Sünden
  14. Das Telefonat
  15. A oide Gschicht
  16. I wü - I net
  17. Die Pole schmelzen
  18. Aloa Oe
  19. Die Dekadenz
  20. Oloa Oe (Fortsetzung)

Credits

Produzent: Peter Fröstl
Erzähler: Wolfgang Ambros
Vater / Knecht: Joesi Prokopetz
Gailtalerin: Klaus Eberhartinger
Bua / Knecht: Christoph Fälbl
Regie & Inszenierung: Rudi Dolezal
Autor der Originalversion 1972: Wolfgang Ambros, Joesi Prokopetz, Manfred O. Tauchen
Bearbeitung und Autor der erweiterten Bühnenfassung 2004: Joesi Prokopetz, Rudi Dolezal
Gitarre: Peter Koller
Bass: Helmut Pichler
Keyboards: Günter Dzikowski
Schlagzeug: Harry Stampfer
Magd: Brigitte Recher, Susanna Kratsch
Knecht: Karl-maria Drexler, Kevin Pinnock
Knecht / Kapuzenmann: Alexander Riff
Regieassistenz: Brigitte Recher
Produktionsleitung: Eva Buchberger
Produktionsleitung CD: Franz Christian Schwarz
Technische Leitung / FOH: Andreas Ratz
Monitor: Michael Liebing
Aufnahme / Mix: Chris Scheidl
Mastering: Martin Scheer
Fotografie: Lukas Beck
Coverfoto: Veronika Kub
Watzmann-Logo: Günther Stotz
Covergestaltung: Reisner | Eichstätter Gruppe

Bemerkungen

Der Watzmann hat eine lange Geschichte: Begonnen hat diese Bergbauerndrama-Parodie im Jahr 1972 als Live-Hörspiel im ORF. Geschrieben wurde es von Manfred O. Tauchen, die Lieder dazu wurden von Wolfgang Ambros komponiert zu den Texten von Joesi Prokopetz. Es wurde dann ausgebaut zu einem Musical (die Autoren nennen es „Rustical“) und live auf der Bühne inszeniert. Dazu ist dann ein sehr erfolgreiches Album im Jahr 1974 erschienen. Das Stück wurde immer wieder aufgeführt über die Jahre und auch überarbeitet und erweitert. Besonderen Kultstatus erreichte das Stück auf seiner Deutschlandtournee im Jahr 1982, bei dem erstmals Christoph Fälbl den „Bub“ spielte. In München wurde es über die Jahrzehnte mit immer wieder anderen Darstellern inszeniert, beispielsweise im Jahr 2007 mit Hannes Ringelstetter als alter Knecht. Im Jahr 2004 nahm sich dann Rudi Dolezal dem Stück an und startete eine Neuinszenierung, bei der der originale Autor Manfred O. Tauchen nicht mehr dabei war, aber dafür Klaus Eberhartinger erstmals die Gailtalerin spielte. Seine Rolle wurde mit neuen Songs aufgewertet. Insgesamt wurden so einige Songs neu geschrieben für diese Neuinszenierung, u.a. auch das beliebte Finale „Aloa Oe“.

Man weiß nicht so recht, ob man Klaus Eberhartinger damit beleidigt, wenn man sagt, dass die Rolle für ihn auf den Leib geschrieben ist. Aber es ist wahrlich positiv gemeint, denn obwohl die Rolle eigentlich klein ist, sticht er aus der wirren Story des Stücks besonders hervor mit seiner lasziv-humoristischen und schrägen Darstellung dieser vollkommen absurden Rolle. Aus Sicht der EAV-Geschichte ist sein Einstieg in diese Inszenierung ein erster Meilenstein seiner „Empanzipation“ von der EAV. Denn im Jahr 2004 wollte es nicht nur die EAV nochmal wissen und plante das Comeback mit „100 Jahre EAV...Ihr habt es so gewollt!“, sondern auch Klaus Eberhartinger startete seine Solo-Karriere als Schauspieler, TV-Moderator und Solokünstler mit dem Watzmann und seiner Präsenz im Rateteam der ORF-Sendung „Was gibt es Neues?“. Bei der Inszenierung des Watzmanns am Chiemsee kumulierte dann alles in einem Fantreffen mit ihm, das vom damaligen Fanclub organisiert wurde und wieder eine breitere EAV-Community reaktivierte.