Notizen über die allgemeine Verunsicherung

Kriegst a Watschn

„Geh Irmi, leg a g’scheite Platten auf!“

Diese Stadt, die hat den Blues,
Klimt & Schiele, Nitsch & Brus,
Mausi, Bambi, Mörtel, Ball.
Diese Stadt hat einen Knall!

Uhohuhu — Kriegst a Watschn!
Uhohuhu — Kriegst a Watschn!

Jeder Bürger von Vienna
ist erfüllt von Poesie.
Von Mistelbach bis rauf zum Brenner
hört man gern die Melodie:

„Gschissana, bist deppat wurn?
Heast, hupf in Gatsch,
du Oasch mit Ohrn.
Kannst da glei Dein' Schädl fatschen,
weil du kriegst glei, kriegst glei...“

Kriegst a Watschn, machst es guad.
Kriegst a Watschn, machst es schlecht.
Kriegst a Watschn, weil des Leben
des is ungerecht!

Kriegst a Watschn, gib ned auf,
Kriegst a no amoi so drauf,
mach's wie der Phoenix vom Zentralfriedhof
und steig wieder auf!

Kriegst a Watschn!
„Du Trottel, Du bleder, heast!“
Kriegst a Watschn!
„Eh kloa!“

Ein echter Wiener geht nicht baden
auch wenn der Himmel tränen weint.
Seine Freunde sind die Maden
und der Nachbar ist sein Feind.

Trotzdem spürt er jeden Schmerz.
Denn nah der Leber schlägt das Herz.
Und das weiß von Anfang an,
dass alle ander'n Trottel san.

Kriegst a Watschn, machst es guad.
Kriegst a Watschn, machst es schlecht.
Kriegst a Watschn, weil des Leben
des is ungerecht!

Kriegst a Watschn, gib ned auf!
Kriegst a no amoi so drauf!
Mach's wie der Phoenix vom Zentralfriedhof
und steig wieder auf!

Kriegst a Watschn!
„Ah, gleigleiglei rutscht ma mei Hand aus, hearst?“
Kriegst a Watschn!
„Dass da vierzehn Dog da Schädel woggelt, Du Trottel!“

Navratil und Pospischil,
der echten Wiener gibt es viel.
Doch wird es multikulturell,
fährt der Wiener aus dem Fell.

„Weil Wien bleibt Wien und mir san mir“,
so steht’s auf jeder Häuseltür!
Schleich di aus meim Schrebergartl,
weil i di sonst schwartel!

Kriegst a Watschn, machst es guad.
Kriegst a Watschn, machst es schlecht.
Kriegst a Watschn, weil des Leben
des is ungerecht!

Kriegst a Watschn, gib ned auf!
Kriegst a no amoi so drauf,
mach's wie der Phoenix vom Zentralfriedhof
und steig wieder auf!

Kriegst a Watschn! — Uhohuhoho
Kriegst a Watschn! — Uhohuhoho
Kriegst a Watschn! — Uhohuhoho
Uhohuhoho — Kriegst a Watschn!
Uhohuhoho — Kriegst a Watschn!
Uhohuhoho — Mach's wie der Phoenix vom Zentralfriedhof
und steig wieder auf!
Kriegst a Watschn!

„Wiederseh'n!“

Credits

Text: Thomas Spitzer
Musik: Thomas Spitzer, Mark Duran
Sänger: Klaus Eberhartinger
Produzent: Mark Duran, Thomas Spitzer

Bemerkungen

„Mörtel“ ist der Spitzname des Wiener Bauunternehmers Richard Lugner. „Mausi“ ist der Spitznahme seiner Exfrau Christina Lugner. Die beiden Eheleute versorgten die österreichische Boulevard-Presse regelmäßig mit Geschichten. Lugner war auch international dafür bekannt, dass er jedes Jahr am Opernball („Ball“) einen internationalen Star in seine Loge einlädt. „Hupf in Gatsch“ = „Lass mich in Ruhe“. „Kannst da glei den Schädel fatschen“ = „Du kannst Dir gleich den Schädel bandagieren“ = „Ich schlag Dir gleich den Kopf ein“. Baden ist eine Nachbarstadt von Wien (nur 25 km südlich gelegen), trotzdem geht ein „echter Wiener nicht [nach] Baden“. Mistelbach ist eine Stadt in der Nähe der tschechischen und slowakischen Grenze. „Navratil und Pospischil, / der echten Wiener gibt es viel“ ist eine Anspielung auf den Migrationshintergrund vieler „echter Wiener“, welcher sich bereits anhand vieler typischer Nachnamen der Bürger von Wien erkennen lässt. Da verwundert die Skepis gegenüber Fremnden noch mehr.

Publikationen

Diese Produktion ist auf folgenden Publikationen erschienen: