Notizen über die allgemeine Verunsicherung

Es ist nie zu spät

Es ist nie, nie, nie, es ist nie zu spät!

Ich bin schmerzgeboren.
Man zog mich an beiden Ohren
mit der Zange
an das Licht der Welt.
Doch anstatt mit Mutters Busen
musst ich mit der Hebamm' schmusen,
die mich heute noch
in meinen Träumen quält.

Bereits im Mutterleibe
bangte ich um meine Bleibe.
Denn der Muttermund war offen
und zog eine Spur.
Alle Föten sind in Nöten
gleich den glattrasierten Kröten
schlingt sich um den Hals
die ei'gne Nabelschnur!

Drum wenn Dein Selbstmitleid
nach Vergeltung schreit,
sing Dir selber das Lied
von Zeit zu Zeit:

Es ist nie, nie, nie, es ist nie zu spät,
den Eltern die Schuld zu geben,
wenn es um das eigene Versagen geht.
Soll doch ein and'rer einen Bruch sich heben.

Der Windel kaum entstiegen
war die Kraft schon am Versiegen,
Denn meine Eltern waren
niemals für mich da.
Drum saß ich als junger Tutter
Tag und Nacht schon vor'm Computer
bis frühmorgens ich nur noch Quadrate sah.

Und so ging es traurig weiter
steil hinab die Hühnerleiter
mein Schicksal war gnadenlos und hart.
Sogar am Nasenbohren
hatt die Lust ich bald verloren.
Denn nach dem Achsel- kam der Nasenbart.

Es ist nie, nie, nie, es ist nie zu spät,
den Eltern die Schuld zu geben,
wenn es um das eigene Versagen geht.
Wer nichts anpackt greift nie daneben.

Demnächst werd' ich siebzig
mein Arzt sagt zwar: „Das gibt sich,
wenn ich nicht mehr im Hotel Mama woh'n“
Doch mein Sinn für das Bequeme
sagt mir: sowas bringt Probleme!
Denn hauptberuflich war und bin ich Sohn.

Wenn i kennat wie i mechat,
wenn tatat wie i sullt'
wa die Wölt a bessere —
so san die ander'n Schuld!

Es ist nie, nie, nie, es ist nie zu spät,
allen anderen die Schuld zu geben,
wenn es um's Versemmeln Deiner Chancen geht.
Wer niemals stirbt, ist lang am Leben!

Credits

Text: Thomas Spitzer, Satanella
Musik: Thomas Spitzer
Sänger: Klaus Eberhartinger
Produzent: Fritz Jerey, Thomas Spitzer
Mixing: Fritz Jerey
Mastering: Fritz Jerey
Chor, Zweitstimmen, u.ä.: Andreas Friedl, Klaus Eberhartinger, Nino Holm, Eik Breit, Fritz Jerey, Thomas Spitzer
Schlagzeug: Andreas Friedl
geige: Nino Holm
Keyboards: Fritz Jerey
Drum Programming: Fritz Jerey
Gitarren: Thomas Spitzer

Bemerkungen

Mit einer Geburtszange kann einem Baby bei der Geburt der Weg aus der Scheide erleichtert werden.

Es gibt eine Abweichung beim Text des ersten Refrains zwischen Booklet und tatsächlich gesungenem. Im Booklet steht: „'Es ist nie, nie, nie, es ist nie zu spät / den Eltern die Schuld zu geben, / wenn es um das eigene Versagen geht', sprach der Wurm & kroch durch's Leben.“

Publikationen

Diese Produktion ist auf folgenden Publikationen erschienen:

Varianten

Folgende Varianten dieses Liedes existieren: